Tipps & Ratgeber

Dienstrad statt Dienstwagen – Wie funktioniert das?

Bild: fotolia.com @ Drobot Dean
Bild: fotolia.com © Drobot Dean

Der Dienstwagen – viele Jahre das alternativlose Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit– hat einen Konkurrenten bekommen: das Dienstfahrrad.

Heute gehen Unternehmen mehr und mehr dazu über, ihren Mitarbeitern(innen) ein Dienstfahrrad in Form einer Gehaltsumwandlung anzubieten.

Natürlich hat ein Dienstauto einen anderen Stellenwert als ein Dienstfahrrad. Aber um den Stellenwert oder Statussymbol geht es gar nicht. Die Firmen haben mittlerweile erkannt, dass Dienstfahrräder sehr dazu angetan sind, den Lippenbekenntnissen: Wir sind ein grünes Unternehmen, auch Taten folgen zu lassen. Und das ist sehr lobenswert!

Die Praxis

Diensträder werden in der Mehrzahl direkt von den Firmen geleast. So gibt es bereits Anbieter, wie z. B. JobRad in Freiburg oder Lease-a-Bike in Cloppenburg, die sich auf das Leasing von Fahrrädern spezialisiert haben. Nach Recherche haben etwa 4.200 Beschäftigte in ca. 2.500 Betrieben bereits ein Leasingfahrrad über ihren Arbeitgeber erhalten. Hierbei sind diePedelecs und E-Bikes besonders gefragt und führen die Leasing -Rangliste an.

Die Leasing -Dauer ist fast immer auf 36 Monate begrenzt, danach werden die Diensträder an den Leasing -Geber zurückgegeben und gelangen somit als Gebrauchträder in den freien Handel.
Damit eröffnen sich für ein Cityrad kaufen oder E-Bike kaufen günstige Chancen, die Du – sollte Dein Arbeitgeber noch kein Dienstfahrrad zur Verfügung stellen – nutzen kannst.

Die Mitarbeiterbindung

Während Dienstfahrzeuge in der Regel nur einem bestimmten Mitarbeiterkreis – meistens dem Leitungskreis oder den Außendienstlern – zur Verfügung gestellt werden, sieht es bei den Dienstfahrrädern anders aus.

Auch Mitarbeiter, die nicht den eben genannten Ebenen angehören, können von ihrem Arbeitgeber mit einem Dienstfahrrad für gute Leistungen belohnt werden. Psychologen sind sich einig in der Feststellung, dass ein derartiges Angebot motiviert und eine individuelle Wertschätzung des Mitarbeiters bedeutet.

Dein Arbeitgeber kann Dir also, statt einer Gehaltserhöhung, auch den Vorschlag unterbreiten, ein Dienstfahrrad, das Du auch privat nutzen darfst, zur Nutzung übertragen. In aller Regel bedeutet dieser Vorschlag für Dich: Du bekommst für sehr wenig Eigengeld ein hochklassiges E-Bike zur Verfügung gestellt. In den meisten Fällen bedeutet dies immer eine Besserstellung im Vergleich zu einer direkten Gehaltserhöhung.

Das Vertragsverhältnis beim Dienstfahrrad zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Das Vertragsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter wird in der Regel über einen Zusatz im Arbeitsvertrag geregelt, sodass für beide Seiten eine Rechtssicherheit besteht.
Diese Vereinbarung sieht vorausschauend vor, dass bei Diebstahl oder Beschädigung des Dienstfahrrades nicht der Mitarbeiter haftet, sondern derartige Vorkommnisse über die Versicherung des Leasing-Nehmers (Arbeitgeber) abgedeckt sind. Auch die jährlich anfallenden Wartungsarbeiten werden in der Regel vom Arbeitgeber über einen Voll-Leasing-Vertrag getragen.

Der Vorteil für den Mitarbeiter(in) bei einem Leasing – Dienstfahrrad

Natürlich, wie sollte es auch anders sein, hält das Finanzamt die Hand bei diesen Überlassungsverträgen auf. Du musst, solltest Du in der glücklichen Lage sein, einen dieser generösen Arbeitgeber zu haben, einen sogenannten geldwerten Vorteil versteuern. Aber keine Angst, größere Beträge, wie beim Autoleasing über den Arbeitgeber kommen da nicht zusammen. Bei einem E-Bike im Wert von ca. 2.500 Euro liegt die monatliche Rate nach der Ein-Prozent-Regelung bei einem Steuerzahler in der Steuerklasse III bei ca. 50 Euro monatlich, die in die Einkommensberechnung einbezogen wird. Bei einem angenommenen Steuersatz von 25 Prozent wären in diesem Fall 12,50 Euro monatlich für ein hochwertiges E-Bike aus eigener Schatulle zu entrichten.

Die Pauschale für den Arbeitsweg von 0,30 Euro je Entfernungskilometer kannst Du aber auch weiterhin bei einem geleasten Dienstfahrrad beim Finanzamt geltend machen.

Die wichtigsten Regeln in Kurzform:

  • Dienstfahrräder werden in Deutschland seit 2012 steuerlich wie Dienstautos behandelt.
  • für die private Nutzung des Dienstfahrrades müssen 1 Prozent des Anschaffungspreises als geldwerter Vorteil vom Arbeitnehmer versteuert werden.
  • die Pendlerpauschale für den Arbeitsweg wird weiterhin mit 30 Cent pro Entfernungskilometer vom Finanzamt anerkannt.
  • beim Arbeitgeber sind die Leasing-Kosten Betriebsausgaben, die sich in der Bilanz steuerlich mindernd auswirken.
  • das Leasen eines Dienstfahrrades über den Arbeitgeber kann auch eine sogenannte Gehaltsumwandlung durch den Arbeitnehmer bedeuten.

Disclaimer

Dieser Beitrag bedeutet keine Rechtsberatung und erhebt auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Er sollte Dir lediglich eine Hilfestellung zum Thema – Dienstrad statt Dienstwagen, wie funktioniert das?– geben.
Selbstverständlich kannst Du uns zu diesem Thema schreiben oder anrufen. Wir helfen Dir gern im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter.

Schau mal hier: JobRad – Dein individuelles Wunschrad über den Arbeitgeber

Schreibe einen Kommentar