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Bosch, Yamaha oder Shimano – welcher E-Bike-Motor ist der Beste?

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Bosch, Yamaha oder Shimano – welcher Motor ist für mein E-Bike besser geeignet?

Diese Frage ist die “100.000 Dollar Frage” und wird jeden Tag zigmal im Fachhandel gestellt. Der Kunde schaut sich die E-Bikes an und fragt dann unweigerlich, welchen E-Bike-Motor er kaufen sollte.

“Sie als Experte sollten es doch wissen”, ist die stereotype Fragestellung und damit haben wir als Fachhandel den Ball im Spielfeld.

Tretwerk hat aufgrund seiner vielfältigen Erfahrung natürlich schon eine fundierte Meinung zu den unterschiedlichen Herstellern von E-Bike-Motoren – aber so einfach lässt sich diese Frage nach dem besten E-Bike-Motor nun doch nicht beantworten. Dazu spielen zu viele Faktoren eine Rolle, die alle einzeln bewertet werden müssen. Nur vorab lässt sich schon jetzt eine eindeutige Festlegung treffen: Es gibt nicht den besten Motor, genauso wenig wie es das beste Handy oder das beste Auto gibt. Jeder Hersteller verfolgt ein anderes Konzept und daher kommt es stark darauf an, was du mit dem E-Bike vorhast.

Alle hier in diesem Artikel genannten Motoren sind Spitzenerzeugnisse auf dem hart umkämpften E-Bike Markt. Egal, ob es sich um Shimano Motoren, Yamaha Motoren oder Bosch Performance Line CX Elektroantriebe handelt – bei all diese genannten E-Motoren 2020 ist die Performance hervorragend und doch gibt es kleine und größere Unterschiede, die den Einsatz des Bikes betreffen. Dies bitte immer vor dem E-Bike-Kauf klären, nur dann ist garantiert, dass du auch den richtigen Motor für dein E-MTB, E-Citybike oder Trekking-E-Bike bekommst. Wenn hier Fehler gemacht werden, dann lassen sich diese im Nachhinein leider nicht korrigieren; der Motor kann nicht gewechselt werden.

Hier der Vergleich die technischen Daten:

Natürlich gibt es beachtenswerte Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern von E-Motoren. Braucht es einen besonders kraftvollen E-Antrieb, weil du höchste Power beim Mountain Biken forderst, dann wird dir ein Bosch Mittelmotor aus der Performance Line Serie nicht reichen. Für diesen kraftvoll gewünschten Auftritt muss schon ein starker Motor mit einem hohen Drehmoment her, damit du den Trail geschmeidig hochkommst und auch noch genügend Power für unerwartete Schwierigkeiten beim Uphill hast.

Diese Tabelle gibt eine gute Übersicht über die Leistungsdaten und den Einsatzbereich:

Hersteller Motor Typ Dreh-

moment

Max.

Unterstützung

in Prozent

Rücktritt

optional

Gewicht Frequenz Einsatz-

gebiet

Bosch Active Line 40 250 ja 2,9 100 City
  Active Line Plus 50 270 ja 3,2 105 Allrounder
  Performance Line 2020 63/65 275/300 Ja 4,0/3,2 120 leichtes

Gelände

  Bosch Performance CX Gen4 2020 85 300/340 Nein 4,0/2,9   schwieriges

Gelände

               
Yamaha PW-TE 60 280 Nein 3,5 k.A. 2 fach Kette
  PW 70 280 Nein 3,5 k.A. 2 fach Kette
  PW-SE 70 280 Nein 3,1 k.A. 2 fach Kette
  PW-X 80 320 Nein 3,1 k.A. 2 fach Kette
  PW-X2 80 320 Nein 3,1 k.A. 2 fach Kette
               
Shimano E5000 40 k.A. Nein 2,5 k.A. City
  E6000 50 230 Nein 3,2 k.A. Trekking
  E6100 60 k.A. Nein 2,9 k.A. Allrounder
  E8000 70 300 Nein 2,9 k.A. schwieriges

Gelände

So, anhand dieser Tabelle kannst du schon leicht erkennen, worauf es beim Kauf ankommt. Nach den vorliegenden Erfahrungen und der immer ausgereifteren Technologie sind alle hier aufgeführten E-Motoren hervorragende Antriebe.

Bosch-Antriebe hat mit seiner ausgeklügelten Diagnose Technologie, den unterschiedlichen Akkus, die Vielfalt der Motoren und Displays mit den Fahrradcomputern momentan in der Gunst der Käufer die Nase vorn. Der Hersteller Yamaha dagegen glänzt mit äußerst kraftvollen und sehr leisen Antrieben.

Shimano verbaut mit den Shimano Steps im Vergleich zu den anderen Herstellern ebenfalls sehr gute Motoren ist aber momentan auf Platz Drei in der Verkaufsstatistik. Neben diesen genannten E-Motoren gibt es auch noch den Brose-Motor sowie E-Bike Antriebe anderer Hersteller, wie z. B. Impulse oder Panasonic. Diese Elektromotoren sind aber eher selten anzutreffen, obwohl Ihre gute Performance und Wertigkeit mit dem Bosch-System oder den Motoren von Shimano und Yamaha durchaus konkurrieren kann.

Bosch-Antriebe hat mit seiner ausgeklügelten Diagnose Technologie, den unterschiedlichen Akkus, die Vielfalt der Motoren und Displays mit den Fahrradcomputern momentan in der Gunst der Käufer die Nase vorn. Der Hersteller Yamaha dagegen glänzt mit äußerst kraftvollen und sehr leisen Elektromotoren.

Die Motor-Power ist von grundsätzlicher Bedeutung. Wie viel Power braucht der/die Biker*in?

Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten. Der beste Motor kann nicht zaubern, wenn das Bike von seiner Konstruktion her, es nicht hergibt. Hier müssen die Komponenten Akku, Rahmen und Balance des Pedelecs einfach passen. Es bringt dir rein gar nichts, wenn du einen super leistungsstarken Motor hast, aber im Dauerbetrieb das Rad nur im Eco Modus fährst. Hier musst du schon in anderen Kategorien denken: Bosch-Motoren, Yamaha-Antriebe oder Shimano E-Motoren können nur ihre optimale Leistung abrufen, wenn auch das Rad in seiner Konstruktion dies erlaubt.

Integration des Akkus beim E-Mountainbikes

In der letzten Zeit rückt das Thema “Integration der E-Motoren” immer mehr in den Fokus. War normalerweise der Akku auf dem Unterrohr befestigt, so wird heute eine optisch sehr viel ansprechendere Konstruktion gewählt. So finden sich immer mehr Pedelecs oder S-Pedelecs bei denen der Akku im Unterrohr des Bikes verschwindet und so auch neben der schöneren Optik auch die Balance der E-Mountainbikes verbessert.

Die einzelnen Motortypen – eine Kurzinfo für E-Biker*innen

Der Front-Motor

Beim Frontantrieb sitzt der Motor in der Nabe des Vorderrades. Diese Fahrräder haben oft einen günstigen Preis, der aber mit schwerwiegenden Nachteilen versehen ist. Hier schlägt die gute Gewichtsverteilung auf dem Bike positiv zu Buch, auch eine Rücktrittbremse ist technisch machbar.

Bei Reparaturen können beide Räder leicht ausgebaut werden. Nachteilig ist jedoch, dass stärkere Antriebe die Lenkung negativ in besonderen Fahrlagen beeinflussen können. Diese Bauweise kann zu einer Überbeanspruchung des Rahmens führen und wenn es schlimm kommt, zu einem Rahmenbruch führen.

Der Hinterrad Elektromotor

Wie der Name schon sagt, der E-Motor sitzt hier im Hinterrad. Bei einer Reifenpanne ist der Ausbau des Hinterrades schwierig und von Fahrern und/oder Fahrerinnen ohne Spezialkenntnisse kaum zu bewerkstelligen. Beim Heckmotor kommt nur eine Kettenschaltung zu Einsatz, was daher schon die Befürworter einer Nabenschaltung von vornherein ausschließt. Obendrein ergibt sich bei dieser Konstruktion eine ungleiche Gewichtsverteilung, die beim fahren den Komfort mindert. Ein solch ausgestattetes Fahrrad eignet sich eigentlich nur für sportliche Fahrer, bei denen es in erster Linie nur auf Speed ankommt.

Der Mittelmotor – heute der bedeutendste Allrounder

Fast alle Pedelecs fahren heute mit einem sogenannten Mittelmotor. Die Hersteller, allen voran die Weltmarke Bosch, haben diesen Antrieb so kultiviert, dass dieser Antrieb für das richtige E-Bike das Mittel der Wahl ist. Antriebe dieser Art gibt es in verschiedenen Editionen und mit unterschiedlichen Leistungsdaten. Welche Marke von Rad es auch immer ist, dieser E-Antrieb lohnt sich auf alle Fälle, allein schon wegen seiner Zuverlässigkeit und der Wartungsverfügbarkeit im Fall der Fälle.

Der Antrieb sitzt mittig auf dem Rad, das Hinterrad wird unabhängig von der Radgröße über die Kette angetrieben. Durch die kompakte Bauweise verteilt sich das Gewicht bei dem Bike mit Mittel-Antrieb gut ausbalanciert auf das gesamte Fahrrad aufgrund des niedrigen Schwerpunktes. Der Preis ist bei diesem Modell konstruktionsbedingt teurer als die beiden vorgenannten Antriebe, aber Zoll für Zoll sein Geld wert. Einziger Nachteil bei dieser Bauart kann ein etwas erhöhter Kettenverschleiß sein.

Der Mittelmotor ist heute der “Renner” bei den Antrieben, fast alle Hersteller sind mit leistungsstarken und robusten Antrieben vertreten. Die Bosch Performance Line mit ihren ausgezeichneten Produkten, wie z.B. der Bosch Performance CX oder die verbauten Kraftmaschinen von Yamaha oder Shimano in den E-Rennrädern und E-Enduros lassen für die E-Mountainbiker Fahrer*innen und E-Rennrad Fahrer*innen keinen Wunsch offen.

E-Bike Test

Die neuesten E-Bike Test 2020 sind einhellig des Lobes voll über Leistungskraft der neuen Antriebe und der Belastbarkeit. Dies gilt auch im Zusammenhang mit der Reichweite bei den Akkus, die sich ebenfalls durch den Einsatz neuerer Technologien erheblich verbessert haben.

Modelle und Kategorien:

E-Bikes sind heute aus dem Straßenverkehr nicht mehr wegzudenken. Wir finden die E-Antriebe in:

  • E-Trekkingbikes
  • City E-Bikes
  • E-Rennräder
  • E-Mountainbikes
  • E-Cargo Pedelecs

…und hier die letzten News: 

Bosch: Der schwäbische Antriebsgigant bringt mit dem neuen Active Plus-Mittelmotor einen Antrieb, der im Vergleich zu seinen großen Brüdern wesentlich leiser arbeitet und im Freilaufbetrieb deutlich leichter zu pedalieren ist.

Brose: Der Brose-Antrieb erhielt ein Software-Update, das die Fahr-Performance des Mittelmotors auf ein Top-Niveau stellt. Mit den Variante Drive S und Drive T hat Brose einen sportiven sowie einen auf Tourenbedürfnisse abgestimmten Elektromotor im Programm.

Yamaha: dieser Hersteller hat kürzlich verbesserte Yamaha Akkus und ein sehr gut gestaltetes Yamaha Display in das Yamaha System integriert.

Die technologische Entwicklung beim E-Motor ist noch lange nicht zu Ende. Erwartet werden Powermotoren, die neben einer gesteigerten Performance auch eine wünschenswerte Gewichtsreduktion mitbringen.

Disclaimer

Mit diesem Artikel will Tretwerk einen kleinen Leitfaden zum Thema ” Bosch, Yamaha oder Shimano – welcher Motor ist für mein E-Bike besser geeignet?“ Wir haben den Artikel nach sorgfältiger Recherche erstellt und versucht, einen möglichst umfassenden und unterhaltsamen Einblick über das Thema zu geben.

Der Artikel erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und bedeutet auch inhaltlich keine Rechtsberatung. Für versehentliche Fehler in der Information übernimmt Tretwerk keine Haftung. Deine Anregungen und Kommentare sind sehr willkommen. Mail oder Anruf genügt. Wir nehmen uns die nötige Zeit für dich! Tretwerk und Fahrrad – das gehört zusammen!

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