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Fahrrad fahren im Wald – Was ist erlaubt und was nicht?

Bild: fotolia.com © dbunn
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Die Regelungen beim Fahrradfahren im Wald – kennst Du Dich da aus?

Der Wald ist ein geschütztes Erholungsgebiet. Alle dürfen ihn betreten und ja auch mit dem Fahrrad befahren. Aber es gibt klare Regeln, die wir Dir kurz erläutern möchten.

So dürfen die Biker(innen) nicht zwischen den Bäumen hindurch, sondern nur auf Wegen fahren. Die hierfür geltende Rechtsgrundlage wird durch die Landeswaldgesetze bestimmt und ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.
Jedoch haben alle Verordnungen gemeinsam, dass auf andere Waldbesucher Rücksicht zu nehmen ist. Dies solltest Du immer als oberste Richtschnur beachten, egal, ob Du mit dem Mountainbike oder mit einem anderen Fahrradmodell im Wald unterwegs bist.
Fair Play ist hier kein leeres Wort, sondern ein absolutes Muss!

Im Wald gilt auf allen markierten Waldwegen die Straßenverkehrsordnung. Sie verpflichtet alle Waldbenutzer gleichermaßen, sich dieser unterzuordnen. Natürlich wirst Du nicht mit dem einschlägigen Regelwerk der Straßenverkehrsordnung im Wald unterwegs sein, das musst Du auch nicht, verhalte Dich einfach genauso wie sonst im allgemeinen Straßenverkehr.

Worauf musst Du beim Radfahren im Wald achten?

Der Wald dient in erster Linie der Forstwirtschaft. Die Forstarbeiter müssen bei ihrer Arbeit überwiegend schweres Gerät einsetzen. Dies führt oft zu matschigen und aufgewühlten Wegen, die nur mit Vorsicht zu befahren sind. Du kannst also nicht davon ausgehen, dass die normalen Straßenverhältnisse 1 : 1 übertragen werden. Auch sind die Waldbesitzer oder die Forstverwaltung nicht dazu verpflichtet, ständig vor Gefahren oder Einschränkungen zu warnen.
So können aufgetürmte Holzstapel ins Rutschen kommen oder herabgestürzte Äste bilden plötzlich ein unerwartetes Hindernis.
Deine Eigenverantwortung ist beim Radfahren im Wald ein äußerst dringendes Erfordernis!

Was hat es mit der Zwei-Meter-Regel auf sich?

In einigen Bundesländern ist von der sogenannten Zwei-Meter-Regel die Rede. Sie findet ihren Ursprung in verschiedenen Verwaltungsrichtlinien und besagt, dass die Fuß- und Radwege mindestens 2,0 Meter breit sein müssen. Diese Regelung wurde von verschiedenen Landesregierungen auch auf die Waldwege übertragen.
Im Klartext bedeutet diese Regel, dass nur auf Waldwegen, die diese Breite erfüllen, mit dem Fahrrad gefahren werden darf.
Du musst also bei Deinem Fahrradklub im jeweiligen Bundesland explizit nachfragen, ob die Zwei-Meter-Regel in Deinem Fahrgebiet von der Landesregierung vorgeschrieben ist.
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) hat sich schon seit Längerem für die Abschaffung dieser Regelung ausgesprochen.

Wann ist von Single Trails im Wald die Rede?

Dieser Begriff sagt Dir etwas über die Breite des Weges aus. Es handelt sich in der Regel um einen schmalen Pfad, der von Radfahrern genutzt werden darf.
Sehr genau aufpassen solltest Du aber auf diesen schmalen Wegen, wenn mit Gegenverkehr, Fußgänger oder anderen Radfahrern gerechnet werden muss.

Eine deutliche Warnung ergeht an die Mountainbike Fahrer: die Single Trails sind keine sogenannten Downhill Strecken und haben auch keinerlei sonstigen Sicherheitsvorkehrungen, wie sie bei den reinen Mountainbike Strecken baulich vorgesehen sind.
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Das kleine 1 x 1 für ein gutes Radfahrverhalten im Wald.

Als Zusammenfassung haben wir Dir zum Schluss dieses Artikels eine kleine Übersicht erstellt, mit deren Hilfe Du immer auf der sicheren Seite fährst:

  • grundsätzlich haben die Fußgänger Vorrang. Damit Du an den Fußgängern ungehindert vorbei fahren kannst, hilft ein sanftes Klingeln.
  • Du zeigst Respekt vor den Tieren im Wald – kein lautes Rufen oder schnelles Hinterherfahren, wenn Tiere sich in der Nähe befinden sollten.
  • Du bleibst auf Deinen Wegen und gehst mit der Natur nachhaltig und vorsichtig um.
  • Deine Geschwindigkeit passt Du selbstverständlich so an, dass Du – sollte ein unerwartetes Hindernis auftauchen – sofort bremsbereit bist. Du fährst praktisch auf Sicht.
  • In der Nacht sind alle Katzen grau; dies gilt für den Wald erst recht. Keine Fahrten bei Dunkelheit oder in der Dämmerung. Die Gefahr eines Sturzes ist einfach zu groß.
  • Forstfahrzeuge haben immer Vorrang. Du wirst die Anordnungen und Zeichen der Forstarbeiter stets beachten. Sie dienen Deiner Sicherheit!
  • In der offenen Flur ist das Fahren mit Mountainbikes oder anderen Rädern nicht erlaubt. Auf keinen Fall darfst Du dort Downhill-Fahren oder Freeriding ausüben. Eine Missachtung dieser Anordnung zieht unweigerlich ein Bußgeld im Rahmen einer Ordnungswidrigkeit nach sich.

Dieser kleine Aufsatz bedeutet keine Rechtsberatung und erhebt auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Er sollte Dir nur eine Hilfestellung zu dem Thema – Radfahren im Wald – geben.
Selbstverständlich kannst Du uns zu diesem Thema anschreiben oder anrufen. Wir helfen Dir im Rahmen unserer Möglichkeiten gerne weiter.

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