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Musik hören beim Fahrradfahren

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Auch mit Kopfhörern erlaubt?

Es ist der ewige Konflikt: Autofahrer gegen Radfahrer, Fahrradfahrer gegen Fußgänger und Fußgänger gegen alles. Immer gibt es Ärger und oft wäre nur ein bisschen Toleranz auf allen Seiten nötig und schon wäre ein gutes und einträchtiges Nebeneinander möglich.

Aber die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Autofahrer schimpfen über Radfahrer und die müssen sich in Lautstärke anhören, sie würden rücksichtslos fahren, die Verkehrsregeln nicht beachten und obendrein seien sie unaufmerksam. So geht es halt zu auf den Straßen und Wegen in Deutschland. Manchmal fragt der Beobachter dieser Szenerie, ob Erziehung oder nur ein bisschen Aufeinander zugehen denn so schwer ist?

Dieses intolerante Verhalten seitens Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger nimmt noch mehr Fahrt auf, wenn sich herausstellt, dass der Radfahrer oder die Radfahrerin mit Kopfhörern unterwegs ist und mental weit weg vom Straßenverkehr zu sein scheint.

Tretwerk hat sich umgehört und ist zu interessanten Ergebnissen, was das Musikhören auf dem Fahrrad angeht, gekommen. Während der Recherche haben wir es uns selbst nicht nehmen lassen, die Kopfhörer oder die In-Ear Pods aufzusetzen bzw. in die Ohren zu stöpseln. Neben den allgemeinen rechtlichen Aussagen seitens der Polizei kam so eine interessante Lektion heraus, die unserer Meinung nach durchaus lesenswert ist.

Wenn wir es geschafft haben, dein Interesse zu wecken und etwas zu deinem und dem Schutz dern anderen Verkehrsteilnehmer beigetragen zu haben, dann haben wir unser Ziel mit diesem kleinen Artikel erreicht. Viel Spaß beim Lesen!

Musikhören beim Radfahren

Hören wir erst einmal, wie sich die Polizei zu dem Thema „Fahrradfahren Musik“ äußert.

Tatsächlich gibt es kein Gesetz oder keine Verordnung, die das Musikhören durch Tragen von Kopfhörern oder EarPods verbietet oder unter Strafe stellt. Die Straßenverkehrsordnung gibt diesbezüglich nichts her und keinem Verkehrsteilnehmer wird ein Bußgeld beim Hören von Musik angedroht.

Eines gilt es hier jedoch zu beachten:

Es ist zwar erlaubt, Musik zu hören, egal ob mit Kopfhörern oder anderen Tonträger. Worauf es ganz entscheidend ankommt, ist die Lautstärke, mit der du die Musik hörst.

Und ein Blick in die Straßenverkehrsordnung sagt allen Verkehrsteilnehmern sehr deutlich, so verantwortungsvoll zu fahren, dass das Gehör nicht beeinträchtigt wird und sie alle Geräusche wie Klingeln oder Hupen wahrnehmen können.

Alle Sinne nutzen – das sollte im Verkehrsgeschehen immer Priorität haben

Nicht nur die Fahrradfahrer sind vom Gesetzgeber aufgefordert, Musik im Straßenverkehr nur in einer Lautstärke zu hören, die es erlaubt, mit allen Sinnen am Verkehrsgeschehen teilzunehmen.

Grundsätzlich gilt dies auch beim Auto. Selbstverständlich ist auch den Automobilisten das Musikhören nicht generell verboten. Wenn aber aus den Lautsprechern der Beat so dröhnt, dass sich die Fußgänger oder Radfahrer*innen am liebsten die Ohren zuhalten möchten, dann ist dies nicht nur ein asoziales Verhalten, sondern es droht auch eine empfindliche Strafe. Und dies mit Recht!

Auf dem Rad kannst du nach aktueller Rechtslage Kopfhörer nutzen, ohne gleich ein Bußgeld fürchten zu müssen. So ist es auch bei Autofahrern. Kannst du auf dem Fahrrad jedoch die Sirene eines Kranken­wagens nicht mehr wahrnehmen, dann ist die Grenze des Erlaubten überschritten.

Wenn du auf dem Fahrrad Musik hören willst, dann musst du aber in der Lage sein, das Klingeln anderer Radfahrer, Warnrufe und sonstige Fahrgeräusche wahrzunehmen. Nur so ist eine sichere Fahrt gewährleistet. Eine Behinderung durch laute Musik kann sonst ein Bußgeld von 15 Euro zur Folge haben.

Was ist, wenn Musik auf dem Fahrrad hören, zu einem Unfall führt?

Wie gelesen, stellt es grundsätzlich kein Problem dar, Musik auf dem Rad zu hören. Aber wehe, es kommt beim Fahrradfahren mit lauter Musik zu einem Unfall. Dann kann es für dich als Fahrradfahrer sehr unangenehm werden. In solch einem Fall ist es rechtlich möglich, dass Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld von dem Unfallgegner abgewiesen werden können.

Folgende Punkte sind entscheidend: (Zitat aus der gängigen Rechtspraxis)

  • Bei Autos wird von einer generellen Betriebsgefahr ausgegangen. Doch ist laute Musik beim Fahrradfahren der Grund für einen Unfall, bedeutet dies im Klartext, einen besonders schweren Verstoß begangen zu haben, mit der Folge, dass dir trotzdem die volle Schuld am Unfallgeschehen zugesprochen werden kann.
  • Selbst wenn beim Autofahrer bei einem Unfall eine Mitschuld festzustellen ist, können Schmerzensgeldansprüche komplett entfallen oder zumindest niedriger ausfallen, wenn über das benutzte Gerät laute Musik gehört wurde.

Darf auf dem Fahrrad über die Kopfhörer telefoniert werden?

Diese Frage stellt sich des Öfteren und die Antwort lautet:

Die modernen Kopfhörer ermöglichen es nicht nur Musik zu hören, sondern auch Telefonate über ein mobiles Gerät zu führen. Verwechsle dies aber bitte nicht mit telefonieren mit dem Handy. Dies ist auf dem Fahrrad ohne dazugehörige Freisprecheinrichtung nach § 23 Abs. (1a) der Straßenverkehrsordnung weiterhin verboten und bei Verstoß droht eine Strafe in Form eines Bußgeldes. Beim erlaubten Telefonieren über den Kopfhörer gelten die gleichen Grundsätze wie beim Musikhören.

Aber auch hier gilt: Beim Telefonieren darf die Lautstärke nicht so gewählt werden, dass die Sicherheit im Straßenverkehr gefährdet wird. Radfahren muss immer so vonstattengehen, dass du den umgebenden Verkehr voll im Griff, sprich im Gehör hast.

Selbst leise Musik mindert die Wahrnehmung – dies solltest du immer bedenken!

Musik ist im Straßenverkehr also nicht verboten. Es ist jedem Verkehrsteilnehmer selbst überlassen, ob und wie laut er Musik hört und wo die Grenzen liegen. Mit der heutzutage riesigen Auswahl an Kopfhörern kann er seine eigene Wahrnehmung stark beeinflussen:

Gefährlich wird es, wenn die Umgebungslaute komplett durch sogenannte „Noise Canceling“ Kopfhörer ausgeblendet werden. Tretwerk rät deshalb vom Benutzen dieser Geräte beim Fahrradfahren ab und promotet Kopfhörer, die dich nicht von den Straßengeräuschen gänzlich abschotten.

Fazit in Kürze: 

Darf ich beim Fahrradfahren Musik hören?

–> Ja, es ist grundsätzlich nicht verboten, Musik zu hören, wenn du mit dem Fahrrad unterwegs bist.

Worauf solltest du beim Radfahren mit Musik achten?

–>Wenn du auf dem Rad Musik hören möchtest, dann musst du die Lautstärke so einstellen, dass Warnzeichen anderer Verkehrsteilnehmer wie Klingeln, Hupen oder Sirenen immer noch hörbar sind.

 Was sind die Konsequenzen, wenn Musik beim Radfahren zu einem Unfall führt?

–> Verursachst du beim Fahrradfahren einen Unfall, weil die Musik zu laut war, kann es passieren, dass deine Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld vollkommen entfallen oder reduziert werden.

Disclaimer

Tretwerk hat sich des Themas ” Mit Kopfhörern Fahrrad fahren“ angenommen und möchte dir ein paar nützliche Infos hierzu geben.

Der Artikel erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und bedeutet auch inhaltlich keine Rechtsberatung. Für versehentliche Fehler in der Information übernimmt Tretwerk keine Haftung. Deine Anregungen und Kommentare sind höchst willkommen. Mail oder Anruf genügt. Wir nehmen uns die nötige Zeit für dich! Tretwerk und Fahrrad – das passt!

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