Tipps & Ratgeber

Was ist die optimale Trittfrequenz auf dem Fahrrad?

Worum sich lange niemand so richtig kümmerte, rückt immer mehr in den Vordergrund bei Profi Fahrern*innen und ambitionierten Hobbyfahrern*innen.

Nur die Pedale mit Schwung im Kreis zu bewegen, war gestern! Untersuchungen an der Technischen Hochschule in Köln haben das Zusammenspiel zwischen Energieverbrauch und Geschwindigkeit näher untersucht und die Komplexität dieses Themas sichtbar gemacht.

Die Trittfrequenz ist auf dem E-Bike und natürlich beim Rennrad ein entscheidendes Kriterium. Die eingesetzte Hebelkraft so effizient wie möglich wirken zu lassen, ist bei schnellen Fahrten, wo der Muskel die Kraft erzeugen muss, das A und O der Fortbewegung. Ein effektives Training kann mit modernen Fahrradcomputern so gesteuert werden, dass die Trittfrequenz als feste Konstante in das Training Programm integriert wird.

War früher das Gefühl der Gradmesser für die richtige Trittfrequenz, leider hat das Gefühl oft getrogen, so lässt sich im Training von heute mit empfindlichen Sensoren die Trittfrequenz auf die individuellen Bedürfnisse optimal einstellen.

Namhafte Sport Hersteller wie Sigma Sport oder Garmin liefern tolle Fahrradcomputer, die sich mit dem Smartphone leicht verbinden lassen und so die Frequenz der jeweiligen Fitness entsprechend einstellen können. Auf den Webseiten dieser Firmen lassen sich auch wertvolle Tipps für Motor, Akku beim E-Bike und Sonstiges schnell und möglichst einfach nachschlagen.

Moderne Trittfrequenzsensoren, die auf Knopfdruck die optimale Umdrehung anzeigen und neben den anderen Parametern wie Geschwindigkeit, Ausdauer, Motorleistung, Akkustand und Reichweite schnell und unkompliziert nicht nur im Training, sondern auch draußen im Gelände alles Wesentliche auf das Display bringen, machen das Fahren wirklich zu einem reinen Vergnügen!

Den Unterschied macht die Trittfrequenz – so ist es nun mal

Unterscheiden lassen sich zwei Arten der Fortbewegung auf dem Bike. Fahrer mit langsamen Umdrehungen und solche, die ihre Leistung flüssig mit hohen Trittfrequenzen abrufen.

Lange war sich die Fachwelt uneinig, welche dieser beiden Spielarten, was Kraftaufwand und Kraftausdauer angeht, für Rennrad, Pedelec oder Mountainbike die günstigste Variante ist.

Ein Trugschluss war in früheren Zeiten, dass eine Tretfrequenz von ca. 60 RPM für den Radfahrer am effizientesten ist. Bei dieser niedrigen Kadenz ergibt sich auf den ersten Blick der maximale Wirkungsgrad. Aber leider nur auf den ersten Blick.

Heute lässt sich aufgrund von physikalischen und physiologischen Untersuchungen klar schlussfolgern, dass nur eine hohe Trittfrequenz zu optimaler Leistung beiträgt und der Fahrer damit klar im Vorteil ist. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass eine hohe Tretfrequenz an die Pedale viel mehr Leistung bringt. Somit ist es klar, dass die Messungen des Trittfrequenz Sensors eine sehr sinnvolle Ergänzung zum Fahrradcomputer darstellen.

Wenn wir vorhin von Sigma Sport oder Garmin geschrieben haben, soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Firma Bosch für E-Bikes und E-Mountainbikes hervorragende Fahrradcomputer herstellt, die in Ihrer Funktion dem E-Biker alles geben, was benötigt wird.

Die Muskulatur – das Kraftzentrum beim Rennradsport

Sauerstoff und Nährstoffe müssen ungehindert durch die Blutgefäße zirkulieren können. In einem komplexen medizinischen Vorgang werden während der Kontraktion die Blutgefäße komprimiert und dies führt zwangsläufig zu einer schädlichen Behinderung der erwünschten freien Zirkulation. Hier kommen nun die hohen Trittfrequenzen ins Spiel, denn sie halten die Phasen der Kontraktion kürzer und das Blut kann somit durch den Muskel schneller zirkulieren als bei einer niedrigen Trittfrequenz.

Studien aus den USA haben gezeigt, dass sich bei niedrigen Trittfrequenzen der Lactat Spiegel so erhöht, dass es im Training zu einer verminderten Leistung und Ermüdung kommen kann. Der Grund hierfür liegt darin, dass sich die Muskelfasern bei einer niedrigen Kadenz schneller mit schädlichen Zuckersubstanzen vollsaugen, als es bei hohen Trittfrequenzen der Fall ist.

Geschwindigkeit und Kraft bestimmen die Leistung – sagt die Physik

Wir alle haben es im Physik Unterricht gelernt: Leistung ist das Produkt von Arbeit mal Zeit. So ist es auch beim Bike. Nicht allein die Kraft ist die entscheidende Größe, die auf das Pedal einwirkt, wie schnell du mit dem Fahrrad fährst, sondern nur im Zusammenspiel, sprich Kombination mit dem Faktor Geschwindigkeit erhältst du als Ergebnis die Leistung.

Dies bedeutet, dass eine höhere Trittfrequenz verbunden mit dem Kettenantrieb einen längeren Weg zurücklegt und damit physikalisch bedingt eine höhere Geschwindigkeit bei gleichem Kraftaufwand erreicht wird. Nun aber genug von physikalischen Spielchen.

Treten muss gelernt sein – Einsteiger sollten hier aufpassen

Anfänger*innen tun sich naturgemäß ein bisschen schwer, das Zusammenspiel aus Streckung und Beugung bei der Beinmuskulatur optimal aufeinander abzustimmen. Also gilt es am Anfang die motorischen Fähigkeiten und Grundlagen zu erkunden und zu trainieren.

Bei Hobby Fahrern*innen lässt sich oft beobachten, dass die Tretkurbel nach oben geht und dann auf dem Pedal einfach stehen bleibt. Sie verharrt also für einen Bruchteil von Sekunden still und somit wird ungewollt ein bremsender Effekt erzeugt. Ziel dieser Übung muss sein, dass die Kurbel flüssig ohne Stopp bewegt wird und die gesamte Anzahl der physischen Bewegung wie aus einem Guss kommt. Dieses Training der Rotationsstabilität ist wichtig und muss beim Radsport intensiv geschult werden.

Spezielle Tipps für E-Biker*innen

70 -75 Pedalumdrehungen je Minute – warum?

E-Bikes sind en vogue und es werden täglich mehr davon. Gerade die Älteren unter uns steigen gern auf das von einem Motor und Akku getriebenen Pedelec um. In den meisten Fällen kommen sie von einem normalen Fahrrad und fuhren intuitiv mit rund 60 Umdrehungen per Minute. Radfahren mit einem „Normalo“ ist aber eine andere Sache als das Fahren mit einem Pedelec. Was bei einem normalen Rad noch passte, sieht bei einem E-Motor gestützten Rad schon anders aus.

Eine Trittfrequenz von stetigen 70-75 U/min ist eine gute Wahl, den E-Motor effizient zu nutzen. In diesem Frequenzbereich wird die aus dem Akku gewonnene Energie möglichst ohne Verlust an den E-Motor abgegeben und dies mit geringerer Wärmeentwicklung, als es bei niedrigerer Tretfrequenz der Fall wäre. Somit ist der Wirkungsgrad, den der Motor an die Tretkurbel zur Unterstützung abgibt, effizienter.

Die optimale E-Bike Trittfrequenz – eigentlich kein Kunststück

Touren, Steigungen und Trails. Mit den Pedelecs kannst du alle fahren. Die optimale Trittfrequenz bedeutet nicht mehr und nicht weniger, dass du bei gleicher Fahrleistung mit der geringsten Kraft auskommst.

So haben klinische Studien in Zusammenarbeit mit Reha Zentren ganz klar festgestellt, dass eine gelenkschonende Fahrweise um die 70-75 Umdrehungen/Min gegeben ist. Dies deckt sich auch ziemlich genau mit den technischen Annahmen, dass das Gesamtsystem Elektroantrieb und Mensch in diesem Bereich am effizientesten arbeitet.

Disclaimer:

Tretwerk hat dieses Thema: „Was ist die optimale Trittfrequenz auf dem Fahrrad?“ recherchiert und herausgekommen ist dieser kleine Ratgeber, der dieses oft vernachlässigte Thema näher untersucht.

Der Artikel erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und bedeutet auch inhaltlich keine Rechtsberatung. Für versehentliche Fehler in der Info übernimmt Tretwerk keine Haftung. Deine Anregungen und Kommentare sind höchst willkommen. Mail oder Anruf genügt. Wir nehmen uns die nötige Zeit für dich! Tretwerk – wir sind die Profis!

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