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Worauf sollte man beim e-Bike Kauf achten?

Bild Quelle: fotolia.com © Nejron Photo
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Das E-Bike

Gab es vor nicht allzu langer Zeit noch Vorbehalte gegen E-Bikes, diese seien für Oma und Opa das richtige Fortbewegungsmittel, so hat sich die Meinung heute total geändert.
E-Bikes liegen völlig im Trend, immer mehr junge Leute finden an diesen Rädern Gefallen und nicht wenige Hersteller fahren Sonderschichten, damit die hohe Nachfrage befriedigt werden kann.

Warum ein E-Bike?

Diese Frage sollte im vornherein sorgfältig geklärt werden, damit man das passende E-Bike aus der vorhandenen Vielfalt der Modelle aussuchen kann.

Ein Themenkatalog könnte z. B. so aussehen:

  • Du fährst jeden Tag eine lange Strecke. Die Fahrt mit einem normalen Rad kostet dich sehr viel Kraft.
  • Deine Strecke hat größere Steigerungen, da wäre eine Hilfe beim Treten schon eine enorme Erleichterung.
  • Körperlich bist du ein bisschen angeschlagen, eine elektrische Hilfe wäre deshalb ratsam.
  • Dein Partner ist ein echter Radprofi und fährt mit seinem normalen Rad immer sehr schnell. Mit elektrischer Unterstützung könntest du das Tempo besser mithalten und das gemeinsame Fahren macht wieder mehr Spaß.
  • Du hast einen Nachläufer zu ziehen, damit dein Kind in die Schule oder zum Einkaufen mitfahren kann. Mit dem normalen Rad ist das oft eine Knochenarbeit. Dieser Themenkatalog gibt dir schon eine erste Antwort, ob die Anschaffung eines E-Bikes sinnvoll ist.

Welches E-Bike passt zu mir?

Die E-Bikes teilt man heute in folgende Klassen auf:

  1. die sogenannten Pedelec (Pedal Electric Cycle) sind Räder, deren E-Motor 250 Watt Leistung nicht überschreitet. Diese Leistung kann auch nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h abgerufen werden. Alles was darüber hinausgeht, muss – wie bei einem normalen Fahrrad – mit eigener Muskelkraft gefahren werden. Selbstverständlich lassen sich einzelne Unterstützungsstufen in Abhängigkeit von der Trittfrequenz oder Pedalkraft einstellen.
  2. die schnelle S-Klasse der E-Bikes. Diese E-Bikes werden auch als Schweizer Klasse oder ganz einfach als S-Klasse bezeichnet. Sie zählen aber nicht mehr zu der Kategorie der Fahrräder, sondern haben bereits den Status von Kleinkrafträdern. Sie funktionieren genauso wie die Pedelecs, haben jedoch eine e-motorische Unterstützung bis zu 45 km/h. Die Motorleistung dieser Räder entspricht in etwa 500 Watt.
  3. E-Bikes allgemein. Dies ist die dritte Kategorie der e-motorisch unterstützten Räder, die sich ähnlich einem Mofa mit E-Antrieb verhalten. Der elektrische Antrieb funktioniert auch ohne Treten und mit einer Motorleistung bis zu 500 Watt und einer maximalen Geschwindigkeit von 20 km/h sind diese Räder gut unterwegs.

Die Typenvielfalt

  • E-Bikes Citybikes – für kurze und mittlere Wege
  • Tour – die Alleskönner unter den E-Bikes. Sehr geeignet für lange Strecken
  • Sport– E-Bikes MTB und Gelände, wenn du das magst, dann bist du mit diesen Modellen gut bedient.
  • E-Bike als Faltrad – lassen sich schnell zusammenklappen uns sind perfekt bei beabsichtigter Mitnahme in Verkehrsmitteln.
  • E-Bike Kompaktrad – diese Räder sind mit 20-Zoll Laufrädern ausgestattet und benötigen wenig Abstellfläche. Die Antriebe entsprechen denen der City-oder Tourenräder.
  • E-Bike Liegerad – dies sind Spezialräder mit einer tiefen Panorama Sitzposition. Für Leute, die das Fahren auf ruhigen Landstraßen mögen sicherlich eine Option.
  • E-Bike als Lastenrad – geeignet für den Transport von sperrigen Gütern

Welcher E-Bike Motor soll es sein?

Bei den E-Bikes gibt es folgende Motoren:

  • Frontmotor
  • Mittelmotor
  • Heckmotor

Der Frontmotor ist auf der Nabe des Vorderrades montiert. Hierbei müssen die Gabel und das Rohr von äußerst robuster Bauweise sein, da andernfalls die Gefahr besteht, dass bei kritischen Fahrmanövern das Vorderrad ausbricht. Frontmotoren haben keine Zukunft mehr und werden durch Mittelmotoren peu à peu abgelöst.

Der klassische Mittelmotor wird am Tretlager zentral eingebaut und dies ist aerodynamisch optimal. In den meisten Fällen wird der Akku tief am unteren Rohr montiert. Dies ergibt insgesamt eine stabile Schwerpunktlage.

Der Heckmotor ist das Kraftpaket unter den Motoren. Heckmotoren sind spritzig und kraftvoll, so dass sie unbedingt für einen sportlichen Einsatz infrage kommen.

Was kostet ein gutes E-Bike?

Wie bei allem – gute Qualität hat ihren Preis! Dies ist auch bei E-Bikes zu beachten.
Die Preise sind abhängig von der Nutzung und von deinen Ansprüchen der Ausstattung.
Ein durchschnittlich ausgestattetes E-Bike wird im Fachhandel für rund 1.700 Euro angeboten. Dies ist aber bereits die Untergrenze, wenn es noch Qualität sein soll. Höherwertige E-Bikes liegen im Preis zwischen 2.100 bis 2.800 Euro.
Discounter, die E-Bikes zu rund 700 Euro anbieten, sollten gemieden werden.
Dieser Preis kann keine gute Qualität garantieren und der Ärger mit solch einem Rad ist praktisch vorprogrammiert.

Wie schwer ist ein E-Bike?

Bedingt durch den Moto und Akku ist ein E-Bike natürlich schwerer als ein normales Fahrrad. Ein gebräuchliches City- oder MTB kommt dabei schnell auf ein Gewicht von 15 – 25 kg. Diese relativ große Gewichtsspanne ist dem jeweiligen Motortyp und dem eingebauten Akku geschuldet. Du solltest auf alle Fälle im Fachhandel auch das Gewicht des E-Bikes ins Auge fassen – du musst es schließlich auch einmal die Treppe rauf und runter schleppen.

Wie lange hält ein Akku beim E-Bike?

Diese Frage ist wohl die am häufigsten gestellte. Eine generelle Antwort kann leider nicht gegeben werden. Die Reichweite eines vollaufgeladenen Akkus ist von mehreren Parametern, wie z. B. Fahrstil, Außentemperatur, Gewicht des Bikers(in) und Ausstattung des Bikes abhängig. Ein Richtwert kann aber trotzdem abgegeben werden: mindestens 40 – 60 km beträgt erfahrungsgemäß die Reichweite eines Akkus.

Wie wird der Akku beim E-Bike aufgeladen?

Nach etwa 10 Vollladezyklen erreicht ein Lithium-Ionen-Akku seine volle Kapazität. Manche Hersteller schreiben vor, dass der Akku nach drei Komplettladungen erst einmal total leer gefahren werden sollte. Genaues geben hier die Manuels der verschiedenen Hersteller wieder.
Generell lässt sich feststellen, dass häufiges Zwischenladen dem Akku gut tut.
Bitte unbedingt darauf achten, dass der Akku nur mit dem Original Ladegerät geladen wird und dies am besten bei Temperaturen nicht unter 10 Grad und nicht über 40 Grad geschieht.

Ab welchem Alter darf man ein E-Bike fahren?

E-Bikes mit maximal 250 Watt Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit gelten nach dem Verkehrsrecht als Fahrräder. Demnach besteht hierfür weder eine Versicherungspflicht noch ein Mindestalter.
Bei den E-Bikes bis zu 500 Watt Leistung sieht dies schon anders aus. Hier hat der Gesetzgeber ein Mindestalter von 15 Jahren vorgeschrieben und es bedarf immer einer Mofa-Führerscheinprüfung.

Wie schnell darf ein E-Bike sein?

Bei E-Bikes bis zu 250 Watt Leistung sowie einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h gibt es vom Gesetzgeber keine Vorschriften.
Die schnellen E-Bikes bis 45 km/h und einer Leistung von 500 Watt benötigen einen Mofa-Führerschein.

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